Grusswort Ernst Tabori

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und sehr geehrte Herren,

wir möchten Sie sehr herzlich zum Freiburger Infektiologie- und Hygienekongresses vom 10. bis 12. Oktober 2018 einladen, und würden uns sehr freuen, Sie in Freiburg begrüßen zu dürfen! Der Freiburger Infektiologie- und Hygienekongress jährt sich zum 28. Mal und ist als Großveranstaltung aus dem deutschsprachigen Raum nicht mehr weg zu denken.

Kontinuität und Beharrlichkeit sind in der Hygiene ebenso wichtig wie Kreativität und Flexibilität, wenn es darum geht, gesetzte Ziele zu erreichen. Letztere ermöglichen es Lösungen zu finden, wenn Hindernisse auftauchen, während Ausdauer, Zielorientierung und innovative Ideen dafür sorgen, seinen für richtig befundenen Weg fortgesetzt zu verfolgen.

Diese - zugegebenermaßen wenig erstaunliche – Erkenntnis trifft natürlich auf sehr viele berufliche Ziele wie persönliche Lebenssituationen zu. In besonderem Maße auf Arbeitsgebiete, die sich der Prävention widmen. Soll ein Ereignis nicht eintreten, so müssen die Vorkehrungen greifen, bevor das Befürchtete in Sichtweite ist.

Allerdings ist es bereits ein schwieriges Unterfangen, den hohen Wert vorsorglicher Verhaltensweisen zu vermitteln, die zum gegebenen Zeitpunkt manchem Nicht-Geplagten abstrakt und wenig nutzbringend scheinen, so ist es geradezu eine Herkulesaufgabe dafür zu sorgen, dass diese dauerhaft etabliert bleiben. Aber genau das ist die Aufgabe unseres kleinen, aber wichtigen Fachgebietes, das den beachtlichen Erfolg der modernen Medizin erst ermöglicht hat.

Doch wie können wir unser Anliegen vermitteln oder anders gesagt: „ Wie sag ich es meinem Kinde…?“, damit es einsieht, weshalb auf der einen Seite bestimmte Regeln und Maßnahmen konsequent einzuhalten essentiell ist, während das Unterlassen anderer Verhaltensweisen dringend ist, um Fehler und Versäumnisse zu vermeiden. Dazu werden gleich zwei Experten Erkenntnisse vermitteln und uns über Ihre Erfahrungen berichten.

Der regelmäßige Besuch von infektiologischen Fortbildungsveranstaltungen und Hygienekongressen sowie der intensive kollegiale Austausch ermöglichen es, Tendenzen und Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und die erforderlichen Vorbereitungen zu treffen. Wissen und Erkenntnisse ermöglichen eine sachliche Beurteilung und können Versäumnisse ebenso wie Panik, die in oft unergiebigem Aktionismus mündet, vermeiden. Wir haben in diesem Jahr eine sehr breitgefächerte Themavielfalt sowie neueste Erkenntnisse und Publikationen der vergangenen Monate zusammengestellt. Darin ist neben den vielen infektiologischen sowie klassischen Hygienethemen auch ein Block zu Themen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, des Regierungspräsidiums sowie zur Unfallverhütung beinhaltet.

Der letztjährige Vortrag von Frau Dr. Gudrun Adam über ihren Auslandseinsatz bei „Ärzte ohne Grenzen“ hat großes Interesse und Zustimmung erfahren. Die positiven Rückmeldungen lobten v.a. die Möglichkeit auch mal einen Blick über den eigenen Tellerrand hinaus geboten bekommen zu haben. Aus diesem Grunde haben wir dieses Jahr  wieder ein besonderes Thema aufgegriffen: Nur ganz Wenige haben Kenntnis oder gar einen Einblick in die konkrete Tätigkeit und die Arbeits- und Lebensbedingungen der Kollegen des Sanitätsdienstes bei Auslandeinsätzen der Bundeswehr. Herr Oberfeldarzt David Weißflog hat zahlreiche Auslandseinsätze u.a. in Afghanistan miterlebt und wir sind froh, dass er uns die Gelegenheit gibt, hautnah davon zu erfahren.

Um den Eingangs begonnen Gedanken abzuschließen: Natürlich würde manches auch ohne unsere hartnäckigen Hinweise und ständigen Bemühungen hinsichtlich der erforderlichen Hygienemaßnahmen funktionieren. Ebenso würde die Welt ohne unser Fach und unsere Arbeit weiter existieren. Und auch die Sonne würde wie bisher jeden Morgen über der Erde aufgehen – allerdings gäbe es aufgrund einer vermeidbaren Infektion für viele Menschen keinen Sonnenaufgang mehr...

Um das zu verhindern braucht es für gute Heilungserfolge - bei aller gebotenen Bescheidenheit – die Hygiene. Doch noch viel wichtiger sind engagierte Menschen, nämlich Sie, meine sehr verehrten Damen und Herren, die Tag für Tag unbeirrt dafür sorgen, dass die Rate an Infektionen verringert wird.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich freue mich auf das Wiedersehen beim Infektiologie- und Hygienekongress im Konzerthaus in Freiburg!

Ihr Dr. Ernst Tabori
Ärztlicher Direktor des Deutschen Beratungszentrums für Hygiene